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Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn wir vergessen, was wir gelernt haben.
(Edward Frederick Lindley Wood, 1. Earl of Halifax)


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Buchenwald

Ausflug in die Vergangenheit

Die 10. Klassen der Stadtschule besuchen das Konzentrationslager Buchenwald
Es hat schon Tradition an der Stadtschule Butzbach, dass jedes Jahr die zehnten Realschulklassen eine vom Wetteraukreis gesponserte Fahrt in das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald unternehmen.



Stellvertretend für ihre Mitschüler schildern die Schülerinnen Maritta und Stefanie Hartmannshenn sowie  Ileyna Toksoy ihre Eindrücke.

Die Klassen 10 unternahmen  einen geschichtlichen Ausflug in das Konzentrationslager Buchenwald, in dem  jüdische Menschen sowie diejenigen leben mussten, die den Nationalsozialisten „nicht gehorsam“ waren. Der Ausflug sollte über das frühere Geschehen in Deutschland informieren und über den Nationalsozialismus aufklären. Zusammen mit den Klassenlehrern Herrn Gerhardt Grieb und Frau Christine Simon starteten wir unseren Ausflug schon am frühen Morgen vor der Stadtschule Butzbach.

Um 11 Uhr kamen wir am Konzentrationslager Buchenwald in der Nähe von Weimar an. Herr Grieb übernahm die Führung durch das Konzentrationslager. Unser erster Anlaufpunkt war der Bahnhof, den die Häftlinge 1943 errichtet hatten. Von diesem Platz wurden die Häftlinge seit Anfang 1944 über den „Carachoweg“ bis auf den Appellplatz getrieben, um im Lager aufgenommen zu werden. Als es den Bahnhof noch nicht gab, mussten die Häftlinge von Weimar bis zum KZ Buchenwald im Eiltempo laufen.

Anschließend begaben wir uns auf den Weg zum Eingangstor und machten vorher noch einen Halt vor dem Arrestbau. Dort wurden ab 1938 Häftlinge gefoltert, bis sie letztendlich qualvoll starben. Von dort aus gingen wir weiter durch das Eingangstor und betraten das Gelände des Konzentrationslagers. Im Torbogen des Eingangs stand die Inschrift „Jedem das Seine“ in roter Schrift. Mit diesem nationalsozialistischen Satz sollte den Häftlingen vermittelt werden, dass sie es verdient hatten an diesem Ort zu sein, was natürlich nicht der Wahrheit entsprach. Nun gingen wir weiter zum Gedenkzeichen, das auf dem Appellplatz errichtet wurde, um derjenigen zu gedenken, die an diesem Platz leiden mussten. Der Appellplatz diente morgens sowie abends als Vollzugsort für Strafmaßnahmen und Hinrichtungen, die von dort aus ausgerufen wurden.

Als nächstes führte uns unser Weg zum Krematorium, das von 1940 bis 1942 wegen steigender Totenzahlen errichtet wurde. Im Leichenraum des Krematoriums wurden die Leichname aufgenommen und verbrannt. Die Asche der Toten wurde wahllos in Urnen verteilt, die bis 1942 auf Friedhöfen beigesetzt werden konnten. Im Leichenkeller wurden ca. 1.100 Menschen stranguliert, insgesamt starben in diesem KZ 56.000 von 277.800 inhaftierten Menschen aus über 50 Ländern. Anschließend betraten wir das ehemalige Kammergebäude, in dem nun eine Ausstellung über das Konzentrationslager vorzufinden ist.
U. a. wurde über den Hochelheimer und Dornholzhäuser Pfarrer Paul Schneider berichtet.

Paul Schneider begann im Jahr 1919 sein Theologiestudium, innerhalb seines Studiums studierte er zwei Semester in Gießen, sowie ein Zwischensemester in Marburg. Am 06.04.1922 hatte er sein erstes theologisches Exam in Koblenz vor Vertretern der Kirchenleitung. 1923 hatte er sein zweites theologisches Exam in Koblenz, außerdem war er in sozialen Missionsgruppen tätig. Anfang 1926 hatte er seine erste Pfarrstelle in Hochelheim mit Dornholzhausen. Seine erste Anzeige bekam er 1933, da er seine erste öffentliche Erklärung gegen Stabschef Röhm abgab. 1934 bekam er sein Predigtverbot und sein Versetzungsschreiben nach Dickenschied und Womrath, dort stieß er mit einem NSDAP-Kreisleiter zusammen und wurde daraufhin verhaftete. 1935 wurde er zum zweiten Mal verhaftet. Deshalb kam er nach Kirchberg in eine Arrestzelle, in der Zeit seiner Abwesenheit wurde sein Haus durchsucht. Paul Schneider und seine Frau weigerten sich zur Wahl zu gehen, daraufhin folgten Schmierereien am Haus. 1937 wurde er zum dritten Mal verhaftet, weil er ein Kirchen-Bußzucht-Verfahren gegen einen Lehrer beabsichtigt hatte, deshalb wurde er aus dem Rheinland ausgewiesen und nach Wiesbaden gebracht und freigelassen.
Trotz seines Verbots zur Rückkehr zu seiner Gemeinde machte er eine Feier in Dickenschied. Ende 1937 kehrte er auf Bitten seines Presbyteriums in seine Gemeinde zurück und hatte anschließend seine 4.Verhaftung nach dem Erntedankgottesdienst. Er verbrachte eine Nacht im Gefängnis in Kirchberg und wurde danach in das Konzentrationslager Buchenwald überführt in den Block 22 mit der Häftlingsnummer 2491. Paul Schneider weigerte sich beim Fahnenappel zu Hitlers Geburtstag die Mütze abzunehmen, dies führte zu seiner Einzelhaft im Arrestbau, dort war er dem sadistischen „Bunkerchef“, SS-Aufseher Martin Sommer ausgeliefert.
Am 18.07.1939 predigte er zum ersten Mal aus seinem Zellenfenster zu den Häftlingen auf dem Appellplatz, ab diesem Zeitpunkt rief er in unregelmäßigen Abständen Bibelsprüche, Ermutigungen u.a. aus seinem Fenster trotz grausamer Misshandlungen des SS-Aufsehers Martin Sommer und anderen. Am 18.07.1939 starb Paul Schneider durch den Lagerarzt Dr. Erwin Ding an einer Überdosis Strophanthin. Als seine Frau von seinem Tod erfuhr, kam sie zum KZ Buchenwald, um ihren aufgebahrten Mann zu sehen und anschließend nahm sie seinen versiegelten Sarg mit. Seine Beerdigung fand am 21.07.1939 auf dem Friedhof in Dickenschied statt, unter großer Beteiligung seiner Gemeinde.

Um 14 Uhr verließen wir das Konzentrationslager Buchenwald und machten uns auf den Heimweg. Wir besichtigten noch kurz die Stadt Weimar und verließen anschließend die Gegend, in der vor vielen Jahren so viel Schreckliches geschehen ist und beendeten somit unseren Ausflug in die Vergangenheit.